burn out

„Was ist Burn-out?"

BurnOut Kohl-Rupp
“Burn-out” ist zusammengefasst eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung auf Grund beruflicher oder auch privater Überlastung. Dabei handelt es sich um einen fortschreitenden Prozess, der mit wechselhaften Gefühlen der Erschöpfung und Anspannung einhergeht.

Sabine Fabach teilt in ihrem Buch „Burn - out, wenn Frauen über ihre Grenzen gehen“ den Burn-out -Zyklus in 6 Stufen ein, welche sie folgendermaßen bezeichnet:
Stufe 1: Burn-out Gefahr – voller Einsatz und volle Leistung
Stufe 2: Hohe Burn-out Gefahr – beeinträchtigte Selbstwahrnehmung
Stufe 3: Kampf an allen Fronten
Stufe 4: Hilflosigkeit und Frustration
Stufe 5: Innere Leere
Stufe 6: Der Körperliche und Seelische Zusammenbruch.

Am Ende des Burn-out Prozesses steht der totale Zusammenbruch. Die/der „Ausgebrannte“ hat sich nun ganz aufgegeben, sie/er befindet sich in einem Zustand absoluter Verzweiflung, aus dem sie/er keinen Ausweg mehr sieht und es besteht bei vielen Betroffenen akute Suizidgefahr. In dieser letzten Phase des Burn-out Prozesses kann Betroffenen nur mehr mit professioneller ärztlicher Hilfe geholfen werden und wird hier auch zumeist ein stationärer Aufenthalt notwendig sein. Wichtig ist es daher, dem Burn-out Prozess entgegen zu wirken bzw. früh entsprechende Anzeichen dafür, dass man sich in einem Burn-out Prozess befindet, aufzufinden. Wenn man die Vermutung hat, dass man an einem Burn-out Syndrom erkrankt sein könnte, so sind hier Checklisten hilfreich; an Hand einer im folgenden dargestellten Checkliste könnten Betroffene oder Interessierte überprüfen, bei welchen Aussagen Übereinstimmungen mit sich selbst feststellen. Sollte bei der Bearbeitung der Checklisten
für Betroffene sich zeigen, dass sie mehr oder weniger hinter jede Aussage einen Hacken machen müssen, so sollten sie sich jedenfalls einem professionellen Burn-out Experten anvertrauen, da sie in diesem Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in der Burn-out Falle stecken.

Checkliste:

1. Phase: Vom Überengagement zur Erschöpfung

  • Ich lege deutlich mehr Engagement an den Tag als meine Kollegen.
  • In meinen Aufgaben gehe ich vollkommen auf.
  • Ein Tag ohne Überstunden kommt bei mir nicht vor.
  • Ich habe das Gefühl, nie Zeit zu haben.
  • Ich habe das Gefühl, unentbehrlich zu sein.
  • Meine eigenen Bedürfnisse sind nicht so wichtig.
  • Treffen mit Freunden und Bekannten haben bei mir Seltenheitswert.
  • Es fällt mir schwer, nach Feierabend abzuschalten.
  • Häufig bin ich müde und kaputt.
  • An meine Fehlschläge und Misserfolge möchte ich nicht erinnert werden.

2. Phase: Distanzierung und reduziertes Engagement

  • Ich habe die positive Einstellung gegenüber meiner Arbeit verloren.
  • Bei Gesprächen mit Kunden bin ich häufig unaufmerksam.
  • Mein Arbeitseifer hat merklich nachgelassen.
  • Dass ich die Mittagspause überziehe, kommt öfter mal vor.
  • Ich schaue ständig auf die Uhr und sehne den Feierabend herbei.
  • Was mich bei der Arbeit am meisten interessiert „ist der Gehaltszettel.
  • In der Familie/Partnerschaft gibt es öfter Streit als früher.
  • Ich habe das Gefühl, von allen ausgenutzt zu werden.
  • Keiner erkennt meine Leistungen richtig an.
  • Bei der Arbeit ertappe ich mich öfter mal bei Tagträumereien.
  • Burn-out-Indikatoren der Fortgeschrittenenphase:

3. Phase: Emotionalisierung

  • Ich plage mich häufig mit Schuldgefühlen.
  • Oft bin ich grundlos nervös.
  • Andere leiden unter meinen Launen.
  • Ich fühle mich schwach und leer.
  • Meine persönliche Toleranzschwelle ist schnell überschritten.
  • Ich fühle mich hilflos.
  • Es kommt vor, dass ich schnell die Geduld verliere.
  • Ich tue mir dabei schwer, Kompromisse zu akzeptieren.
  • Meine Zukunft sehe ich ziemlich schwarz.
  • Ich habe schon daran gedacht, mich umzubringen.

4. Phase: Abbau

  • Ich habe immer größere Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren.
  • Ich kann meine Arbeit nicht mehr richtig organisieren.
  • Ich mache nur noch das absolut Nötigste.
  • Neue Ideen, kreative Einfälle sind bei mir Fehlanzeige.
  • Meine Leistungsfähigkeit hat deutlich nachgelassen.
  • Komplizierte Aufgaben kann ich kaum noch bewältigen.
  • Immer öfter kommt es vor, dass ich Termine und Absprachen vergesse.
  • Ich sträube mich gegen Veränderungen.
  • Bei meiner Arbeit bin ich ziemlich schludrig geworden.
  • Ich neige dazu, alles schwarz-weiß zu sehen.

5. Phase: Gleichgültigkeit und Rückzug

  • Eigentlich habe ich zu nichts mehr Lust.
  • Mir ist alles ziemlich egal.
  • Hobbies, die ich früher mochte, habe ich aufgegeben.
  • Wenn Freunde mich anrufen, gehe ich oft nicht ans Telefon.
  • Meine Post lasse ich oft tagelang ungeöffnet liegen.
  • Ich fühle mich einsam.
  • Wenn Freunde etwas Schönes oder Trauriges erleben, lässt mich das kalt.
  • Alles, was ich spüre, ist eine große innere Leere.
  • Ich bin zynisch geworden.
  • Getroffene Verabredungen, sage ich meistens unter einem Vorwand wieder ab.

6. Phase: Psychosomatische Reaktionen

  • Ich trinke deutlich mehr Alkohol als früher.
  • Ich leide unter massiven Schlafstörungen.
  • Ich habe öfter Verdauungsschwierigkeiten.
  • Grippale Infekte oder sonstige Infektionen sind häufiger als früher.
  • Ich habe ständig Kopfschmerzen.
  • Ich habe sexuelle Probleme.
  • Öfter bekomme ich nervöse Zuckungen.
  • Ich habe oft ein Pfeifen im Ohr.
  • Manchmal bekomme ich schwer Luft.
  • An manchen Tagen, fresse ich alles in mich hinein, an anderen Tagen esse ich fast nichts.

Unser Körper mobilisiert bei Stress und Überlastung enorme Gegenkräfte. Wenn diese Gegenkräfte zu lange wirken, läuft unser Körper so zu sagen viel zu lange auf Hochtouren und es tritt als Folge dann ein Zustand der Erschöpfung ein und so fühlt man sich im wahrsten Sinne des Wortes „ausgebrannt“.Wenn wir in ein Burn-out kommen, so ist dies also die Folge von dauerhaftem negativem Stress und dem Verbrauch unserer inneren Reserven.

Im Rahmen der Burn-out Prävention werden vor allem die Symptome des Burn-outs besprochen und Sie werden mit möglichen Entspannungstechniken, Verhütungstechniken vertraut gemacht und lernen darüber hinaus sich im Alltagsstress besser abzugrenzen und neue Ressourcen zu finden bzw. Ihre bereits bekannten Ressourcen auch zu stärken.“